ERFOLG DURCH INNOVATION

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Nachweis für aktive Gerinnungsfaktoren

Methode zur Qualitätsüberwachung von Medikamenten
für die Blutgerinnung (BV115)

 

HINTERGRUND


Bei der Erfindung handelt es sich um ein Verfahren zur Unterscheidung von aktiven und inaktiven Gerinnungsfaktoren aus einer flüssigen Probe wie Körperflüssigkeiten, Plasmafraktionen oder Medikamenten. Dies ist z. B. ein wichtiges Qualitätsmerkmal bei den sogenannten Prothrombinkomplex-Konzentraten. Das sind Medikamente, die Proteine enthalten, die am Blutgerinnungsprozess des menschlichen Körpers beteiligt sind, wie die inaktiven Formen der Gerinnungsfaktoren II, VII, IX und X. Diese werden Patienten verabreicht, die einen Mangel an diesen für die Blutgerinnung wichtigen Proteine aufweisen oder die therapiebedingt gerinnungshemmende Mittel erhalten. Als Qualitätsmerkmal für das Medikament gilt, dass sie keine aktiven Formen von Gerinnungsfaktoren enthalten dürfen, da es sonst zu schwerwiegenden Komplikationen kommen kann. Bisher gibt es keine Methode, die die Überprüfung der aktiven oder inaktiven Form der jeweiligen Gerinnungsfaktoren sicher und schnell erbringen können.

 

ERFINDUNG


Eine Lösung bietet die zum Patent angemeldete Technologie des Biotechnologen Professor Stefan Wittke der Hochschule Bremerhaven: Die Methode basiert auf der Bestimmung von spezifischen Fragmentgrößen der Gerinnungsproteine, die mittels Flüssigchromatografie gekoppelt mit Massenspektrometrie (LC / MS- MS) nachgewiesen werden. Dabei dient die Chromatographie der Auftrennung von Molekülen in einem Gemisch und die anschließende Massenspektrometrie zur Identifikation und Quantifizierung der Substanzen. Zur Entwicklung der Methode wurden zunächst die Unterschiede in der Primärstruktur der Peptide der aktivierten und nicht aktivierten Form der jeweiligen Gerinnungsfaktoren identifiziert. Anschließend wurde ein Enzymverdau durchgeführt, die das jeweilige Peptid spezifisch an einer bestimmten Stelle schneidet. Auf diese Weise erhält man für das jeweilige Peptid spezifische Fragmente. Diese werden anschließend mit einem LC-MS/MS-System detektiert und charakterisiert. Dabei entstanden für die Gerinnungsfaktoren II, IX, X und VII typische Nachweise. Die Erfindung bietet eine Methode zur spezifischen Unterscheidung der aktiven und inaktiven Form der wichtigsten Gerinnungsfaktoren. Dabei kann der Nachweis der vier Faktoren gleichzeitig aus der Probe erfolgen. Die erfindungsgemäße Methode stellt einen völlig neuen Nachweis für das Anwendungsgebiet dar und könnte herkömmliche Methoden verdrängen. Die Methode ist fertig entwickelt. Als nächster Schritt erfolgt die Validierung der Methode.

 

 

VORTEILE UND ANWENDUNGEN


Herkömmliche Methoden zum Nachweis von aktiven Gerinnungsfaktoren sind zeitintensiv und basieren auf einer indirekten Methode. Die erfindungsgemäße Methode stellt erstmalig einen direkten Nachweis für Gerinnungsfaktoren zur Verfügung. Ein großes Anwendungsgebiet der Technologie ist die Überprüfung der Prothrombinkomplex-Konzentrate in der Qualitätskontrolle.

 

 

ANWENDUNGSBEREICH

Nachweis von Gerinnungsfaktoren

SCHLÜSSELWÖRTER

Aktive Gerinnungsfaktoren, Qualitätskontrolle, Prothrombinkomplex-Konzentrat

SCHUTZRECHTE

DE 10 2018 116 248.0 angemeldet

ANGEBOT

Lizenzierung, Verkauf, Kooperation

EINE ERFINDUNG VON

Hochschule Bremerhaven

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